Sozialverhalten

Wenn Sie Ihren Welpen bei uns abholen und mit in Ihr neues Heim nehmen, ändert sich sehr viel für Sie und vor allen Dingen für den Welpen. Ihr neuer Welpe kommt aus einer intakten Familie (Rudel), d.h. er wußte welchen Platz er in seiner Gemeinschaft hatte. Sie als neue Familie für ihn, müssen nun sehen, daß er sich seiner Stellung im neuen Rudel schnell bewußt wird. Bei uns Menschen ist es ja so, daß wir unser Verhalten durch den Verstand steuern können, bei unseren Hunden allerdings ist das nicht der Fall. Ihr Welpe wird sich nun Fragen an welcher Stelle er in seinem neuen Rudel steht, außerdem ob es eine gute Stellung ist oder muß ich mich verbessern ? Da wir Menschen sind, kann der Hund nur an letzter Stelle kommen, auch nach den Kindern ! Wir als seine neuen Rudelführer müssen ihm aber auch klar machen, daß sein eingenommener Platz im Rudel ein guter Platz ist. Der Welpe weiß nämlich, wer dominiert wird, der wird geliebt. Die schwerste Stellung hat der Rudelführer, weil auf ihn alle Blicke gerichtet sind. An einem einfachen Beispiel kann man eine Erklärung machen. Im Wolfsrudel frißt zuerst immer der Ranghöhere und anschließend die Rangniedrigeren. Wenn Sie nun morgens aufstehen, geben Ihrem Hund zu fressen und setzen sich danach an den Tisch und Frühstücken selber, so lehren Sie Ihrem Hund, daß er in der Rangordnung über Ihnen steht. Schwierigkeiten sind also schon vorprogrammiert und das Schlimmste ist, daß die Probleme auch noch selbst vom Menschen verschuldet sind. Wir dulden es auch nicht, daß während unserer Mahlzeiten die Hunde neben uns sitzen und betteln.
Diese Rangordnung müssen Sie Ihrem Welpen schon im Spiel schnell klar machen und ihm zeigen, daß er der Unterlegene ist. Am deutlichsten lernt er das, wenn Sie ihn während des Spiels auf den Rücken legen und abschließend über die Schnauze greifen.
Grundsätzlich gilt immer folgendes:
Sie beenden immer das Spiel - nicht der Welpe.
Sie tragen die Beute (Spielknochen, Seil zum Ziehen) - nicht der Welpe.
Sie sind immer der Gewinner - der Welpe immer der Verlierer.
Wir Menschen haben den Vorteil, daß wir Nachdenken und mit dem Verstand handeln können, die Hunde haben nur ihren Instinkt. Es fängt ganz früh an und viele Welpen machen Sachen, die wir Menschen als süß empfinden, wie zum Beispiel das Knabbern an Ihrem Schnürsenkel oder das Zerren an einem Hosenbein. In seinem neuen Rudel aber will er genau schon ausprobieren, wie weit er gehen kann, um seine Rudelstellung klar zu machen. Wenn Sie einen Machtkampf mit Ihrem Welpen auszutragen haben, so sehen Sie ihm streng in die Augen und das solange bis er weg schaut, dann haben Sie gewonnen. Auch ein erzieherisches Mittel ist das sogenannte Leviten lesen. Dabei nimmt man sich den Hund an den Leftzen, schaut ihm auch tief in die Augen und erzählt ihm mit strenger Stimme, was er falsch gemacht hat. Dem Welpen wird es dann irgendwann regelrecht unbehaglich, wenn man ihm nun in die Augen schaut und er wird versuchen seinen Kopf weg zu drehen.
Versuchen Sie nicht Ihren Hund mit Schläge oder Prügel zu dominieren, das versteht er nicht. Erziehen Sie ihn mit Konsequenz und Liebe und vor allem auch, so wie es seine Mutter getan hat, nämlich mit Autorität. Es gibt nur Unter- oder Überlegenheit aber keine kumpelhafte Beziehung.

 

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